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Lohnfortzahlung: Bedingungen und Regelungen

Definition

Lohnfortzahlung – Was ist das?

Bei der Lohnfortzahlung handelt es sich um eine Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG). Dieses regelt die Fortsetzung der Gehaltszahlung der Mitarbeitenden im Krankheitsfall, Mutterschutz oder Arbeitsunfall.

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Wann Arbeitnehmer:innen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben

Arbeitnehmer:innen haben Anspruch auf Lohnfortzahlungen bei

  • Arbeitsunfall
  • Krankheit
  • Schwangerschaft
  • Reha
Info

Welche Rolle spielt das Bundesarbeitsgericht?

Das Bundesarbeitsgericht entscheidet in Einzelfällen über die Anspruchsberechtigung auf Lohnfortzahlung.

  • Eine Voraussetzung für die Lohnfortzahlung ist, dass seit vier Wochen ein ununterbrochenes Arbeitsverhältnis zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgeber:innen bestand.
  • Für die Lohnfortzahlungen im Mutterschutz gilt, dass Arbeitgeber:innen die letzten sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und bis zu acht Wochen nach der Niederkunft Lohnfortzahlungen in Höhe des Nettogehaltes zahlen müssen. Das Nettoarbeitsentgelt setzt sich aus dem Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und dem Mutterschutzlohn der Arbeitgeber:innen zusammen und beträgt die gleiche Höhe wie Ihr bisheriges Nettogehalt.
  • Im Normalfall gilt ein Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Kur oder Reha, insofern diese von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder der Krankenversicherung bewilligt wird.
  • Erfolgt aufgrund Ihrer Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot, zahlen Arbeitgeber:innen und Krankenkasse in dieser Zeit Ihr Nettoarbeitsentgelt. Dabei werden die Arbeitgeber:innen durch den gesetzlich geregelten sogenannten Umlagesatz 2 entlastet. Im Falle eines Beschäftigungsverbots wird die Lohnfortzahlung zu 100 % an die Arbeitgeber:innen zurückerstattet.
  • Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung gilt auch beim Minijob oder Teilzeitvertrag.
  • Bei Kurzarbeit erhalten Sie ebenfalls eine Lohnfortzahlung. Die örtliche Agentur für Arbeit erstattet Ihnen die Kürzung Ihres Gehalts. Sie bekommen also zwar von Ihrem Arbeitgeber bzw. Ihrer Arbeitgeberin weniger, den fehlenden Betrag schustert die Agentur dazu.
  • In der Probezeit werden Lohnfortzahlungen geleistet, wenn Arbeitnehmer:innen nach vier Wochen Arbeitsverhältnis aber immer noch innerhalb der Probezeit erkranken.

Wie lange haben Mitarbeitende Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall?

Die Entgeltfortzahlung bei Krankheit gilt für maximal sechs Wochen nach jeder neuen Erkrankung. In dieser Zeit müssen Arbeitgeber:innen den Mitarbeitenden weiterhin ihr volles Gehalt zahlen.

  • Wenn im Anschluss an die sechs Wochen eine neue Krankheit auftritt, muss für diese erneut sechs Wochen Entgelt gezahlt werden, ohne dass Mitarbeitende zwischenzeitlich wieder arbeiten müssen.
  • Auch eine Lohnfortzahlung bei gleicher Krankheit mit Unterbrechung ist möglich, wenn die Unterbrechung einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten umfasst. In diesem Fall müssen Arbeitgeber:innen erneut für sechs Wochen Lohnfortzahlungen leisten.

Wer bezahlt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

In erster Linie sind Arbeitgeber:innen für die Lohnfortzahlungen zuständig. In einigen Fällen ist es jedoch die Krankenkasse:

  • Wenn die Krankheit länger andauert, zahlt nach 6 Wochen die Krankenkasse die Lohnfortzahlung für die Mitarbeitenden. Das ist das sogenannte Krankengeld. Arbeitgeber:innen sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verpflichtet, Lohnfortzahlungen zu leisten.
  • Wenn Arbeitgeber:innen zu Recht oder Unrecht die Lohnfortzahlung verweigern, springt die Krankenkasse der Mitarbeitenden ein und übernimmt die Entgeltfortzahlung.

Haben Arbeitgeber:innen einen Anspruch auf Erstattung der geleisteten Lohnfortzahlung?

Arbeitgeber:innen sind verpflichtet am Umlageverfahren teilzunehmen. Dabei zahlen sie Umlagesätze an die Krankenkasse der Mitarbeitenden. So wird ihnen im Krankheitsfall ein bestimmter Prozentsatz der Lohnfortzahlungen von der Krankenkasse erstattet, jedoch nie 100 %.

  • U1 ist die sogenannte Krankheitsumlage. Hierbei handelt es sich um eine Entgeltfortzahlungsversicherung der Arbeitgeber:innen. Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch U1 variiert zwischen 40 bis 80 % und ist dabei abhängig von der jeweiligen Krankenkasse der Mitarbeiter:innen.
  • U2 funktioniert als Mutterschutzumlage. Arbeitgeber:innen zahlen einen regelmäßigen Beitrag ein. Im Falle einer Schwangerschaft der Mitarbeiterinnen erstattet die jeweilige Krankenkasse die anfallenden Mutterschutzleistungen bis zu 100 %.
Info

Erstattung bei behördlicher Anordnung von Quarantäne

Auch die Lohnfortzahlung für Mitarbeitende, die sich unter behördlicher Anordnung in Quarantäne befinden, kann erstattet werden. Dabei müssen Arbeitgeber:innen bis spätestens 12 Monate nach der Quarantäne ihren Anspruch auf Erstattung bei der entsprechenden Behörde, meistens das Gesundheitsamt, geltend machen.

Berechnung der Lohnfortzahlungen

Um die Entgeltfortzahlung an erkrankte Arbeitnehmer:innen zu errechnen, wird nicht das Bruttoarbeitsentgelt im Sinne des Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrechts berechnet, sondern ein Entgelt im Sinne des Arbeitsrechts. Das heißt, dass auch Sonntagszuschlag, Feiertagszuschlag  und Nachtzuschlag  zum fortzuzahlenden Arbeitsentgelt summiert werden müssen.

Die Lohnfortzahlungen lassen sich mit einer fixen Formel selbst ermitteln:

Monatliches Entgelt x Zahl der Arbeitstage während der Entgeltfortzahlung / Anzahl der Arbeitstage des jeweiligen Monats.

Diese Beispielberechnung zeigt eine Lohnortzahlung anhand eines Monatsentgelts von 3.000 € brutto auf:

Monatliches Gehalt
3.000 €
Arbeitsunfähigkeit
1.7. bis 31.8.2021
Entgeltfortzahlung
1.7. bis 11.8.2021
August 2021
22 Arbeitstage
1. bis 11.8.2021
7 Arbeitstage
Höhe der Entgeltfortzahlung
Juli 2021
3.000 €
August 2021
3.000 € x 7/22 = 954,55 €
Zusammenfassung

Lohnfortzahlung – Alles Wichtige auf einen Blick

  • Die Lohnfortzahlung ist im Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) festgelegt. Sie regelt die Gehaltszahlung der Arbeitnehmer:innen bei Krankheitsfall, Mutterschutz oder Arbeitsunfall.
  • Die Entgeltfortzahlung für die Mitarbeiter:innen erfolgt in der Regel durch die Arbeitgeber:innen. Bei langandauernder Krankheit jedoch durch die Krankenkasse in Form von Krankengeld.
  • Die Lohnfortzahlung durch Arbeitgeber:innen bei Krankheitsfall erfolgt bis zu sechs Wochen nach Krankheitsbeginn.
  • Das Umschlagverfahren regelt die Erstattungssätze für Arbeitgeber:innen durch die Krankenkasse. U1 gilt bei Krankheits- und Arbeitsunfall, U2 regelt den Mutterschutz.
  • Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht auch beim Minijob, in Teilzeit und Kurzarbeit, nach denselben Bedingungen wie bei Vollzeitbeschäftigten.

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